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Instandhaltungs-Backlog: berechnen und den Trend richtig lesen

Was der Backlog in der Instandhaltung ist, wie Sie ihn in Wochen berechnen, warum Sie ihn nach Gewerk trennen und was jede Kurvenform bedeutet.

Der Backlog ist nicht die Liste der überfälligen Arbeitsaufträge. Er beantwortet eine einfache Frage: Wenn ab heute keine einzige neue Anforderung mehr hinzukäme, wie viele Wochen bräuchte das Team, um alles abzuarbeiten, was bereits im Auftragsbestand liegt?

Diese Antwort zeigt, ob das Team zur Nachfrage passt. Ein Backlog, der nur wächst, warnt Wochen im Voraus, dass Hände fehlen werden. Ein Backlog, der nur sinkt, kann ein unterausgelastetes Team bedeuten oder Anforderungen, die nie zu einem Arbeitsauftrag werden.

Der Wassertank

Am leichtesten verstehen Sie den Backlog, wenn Sie an einen Wassertank denken. Hinein fließen die neuen Anforderungen: korrektive Aufträge, vom Plan erzeugte Wartungen, Verbesserungen, Anfragen aus dem Betrieb. Heraus fließt, was das Team erledigt. Der Füllstand ist der Backlog.

Fließt mehr hinein als heraus, steigt der Füllstand. Fließt mehr heraus als hinein, sinkt er. Für die Leitung zählt nicht nur der heutige Stand, sondern vor allem die Richtung.

So berechnen Sie ihn

Die Rechnung hat zwei Teile:

  • Auftragsbestand: Summe der geschätzten Stunden aller offenen Arbeitsaufträge in Personenstunden (Ph), in jedem Status: wartet auf Planung, geplant, terminiert, wartet auf Teile und in Ausführung. Nur abgeschlossene und stornierte Aufträge bleiben außen vor. Eine Personenstunde ist eine Stunde Arbeit einer Person: Zwei Techniker, die 4 Stunden arbeiten, ergeben 8 Ph.
  • Kapazität: Personenstunden, die das Team pro Woche leisten kann. Das ist die Zahl der Techniker × Stunden pro Woche × ein Produktivitätsfaktor.

Backlog (Wochen) = Ph im Auftragsbestand ÷ verfügbare Ph pro Woche

Den Produktivitätsfaktor gibt es, weil niemand 100 % der Schicht mit dem Werkzeug in der Hand verbringt. Wege, Teilesuche, Besprechungen, Schulungen und das Warten auf Freigaben kosten Zeit. Werte zwischen 65 % und 80 % sind üblich. Haben Sie keinen gemessenen Wert, beginnen Sie mit 70 % und passen ihn an, sobald Zeitrückmeldungen vorliegen. Wie Sie das messen, erklärt der Artikel Was in den Arbeitsauftrag gehört.

Schritt-für-Schritt-Beispiel

Ein fiktives Team mit 4 Technikern, je 44 Stunden pro Woche, bei 75 % Produktivität:

  • Kapazität: 4 × 44 × 0,75 = 132 Ph pro Woche.

Der heutige Auftragsbestand:

Status der AufträgeGeschätzte Ph
Wartet auf Planung90
Geplant, ohne Termin180
Terminiert130
Wartet auf Teile40
Auftragsbestand gesamt440

Backlog = 440 ÷ 132 = 3,3 Wochen. Als gesund gilt meist ein Bereich von 2 bis 4 Wochen: genug Arbeit, um in Ruhe zu planen, ohne dass Anforderungen zu lange warten. Mit Ihren eigenen Zahlen rechnen Sie im Backlog-Rechner nach.

Ein Backlog unter 2 Wochen sieht gut aus, aber prüfen Sie, bevor Sie sich freuen: Vielleicht ist das Team zu groß, oder, häufiger, Anforderungen kommen per Telefon und Messenger und werden nie zum Arbeitsauftrag. Nachfrage, die niemand erfasst, landet nicht im Wassertank.

Nach Gewerk trennen

Der Gesamt-Backlog kann ein ernstes Problem verdecken. Teilen Sie im selben Beispiel das Team in 2 Mechaniker und 2 Elektriker auf:

GewerkAuftragsbestand (Ph)Kapazität (Ph/Woche)Backlog
Mechanik340665,2 Wochen
Elektrik100661,5 Wochen
Gesamt4401323,3 Wochen

Der Gesamtwert liegt im gesunden Bereich, aber die Mechanik ist überlastet und die Elektrik hat Luft. Damit ändert sich die Entscheidung komplett: Statt einzustellen, lohnt es sich vielleicht, einen Elektriker für einfache mechanische Arbeiten zu schulen oder nur die Spitze der Mechanik an einen Dienstleister zu vergeben. Verfolgen Sie den Backlog nach Möglichkeit je Gewerk: Mechanik, Elektrik, Mess- und Regeltechnik, Kältetechnik, Stahl- und Behälterbau.

Den Trend lesen, nicht nur die Zahl

Ein Backlog von 3 Wochen kann sehr gut oder sehr schlecht sein, je nachdem, wo er vor einem Monat stand. Tragen Sie den Wochenwert in ein Diagramm ein und achten Sie auf die Form der Kurve:

Form der KurveWas sie meist bedeutetWas zu tun ist
Stabil im ZielbereichNachfrage und Kapazität im GleichgewichtBeibehalten; Luft für Verbesserungen nutzen
Steigt ständigEs kommt mehr Arbeit hinzu, als das Team schafftNeu priorisieren, Spitzen vergeben, wiederkehrende Störungen angehen
Sinkt ständigTeam größer als die Nachfrage, oder Anforderungen außerhalb des SystemsPrüfen, ob die Nachfrage zum Auftrag wird; Wartungen und Verbesserungen vorziehen
Stabil, aber hochAufgeblähter Bestand mit alten Aufträgen, die niemand erledigen wirdBestand bereinigen: doppelte, veraltete und herrenlose Aufträge
Spitzen und TälerGeplante Stillstände, Saisonalität oder StörungswellenZusätzliche Kapazität vor der Spitze einplanen

Wenn der Backlog hoch ist

Überstunden sind die erste Idee und fast immer die schlechteste: Sie ermüden das Team, erhöhen die Nacharbeit und beseitigen die Ursache nicht. Versuchen Sie vorher, in dieser Reihenfolge:

  1. Den Bestand bereinigen. Doppelte Aufträge, überholte Anforderungen und erledigte, aber nicht abgeschlossene Arbeiten blähen die Zahl auf.
  2. Nach Kritikalität der Anlage neu priorisieren. Was die Produktion stoppt oder die Sicherheit betrifft, kommt zuerst; der Rest wartet.
  3. Wiederkehrende Störungen angehen. Eine Anlage, die jede Woche ausfällt, füllt den Tank ununterbrochen. Eine Ursachenanalyse an dieser Anlage senkt den Zufluss.
  4. Den Wartungsplan überprüfen. Zu kurze Intervalle verbrauchen Personenstunden ohne echten Nutzen.
  5. Nicht über die Kapazität hinaus terminieren. Wer 160 Ph in eine Woche legt, in der das Team 132 schafft, plant den Verzug gleich mit ein. Die Terminierung muss in die reale Kapazität passen.
  6. Erst dann die Spitze vergeben oder das Team vergrößern.

In taskfield wird der Backlog aus den offenen Arbeitsaufträgen und den darin geschätzten Stunden berechnet, je Gewerk, und die Wochenkurve steht im Dashboard. Niemand muss am Monatsende eine Tabelle zusammenbauen.

Zusammenfassung

  • Der Backlog ist die Zeit, die das Team bräuchte, um den Auftragsbestand abzuarbeiten, wenn keine neue Anforderung hinzukäme.
  • Rechnung: Ph aller offenen Aufträge ÷ verfügbare Ph pro Woche (Techniker × Stunden × Produktivität).
  • Als gesund gelten meist 2 bis 4 Wochen; darunter prüfen Sie, ob die Nachfrage überhaupt erfasst wird.
  • Verfolgen Sie ihn je Gewerk: Die Gesamtzahl kann einen überlasteten Bereich verdecken.
  • Der Trend der Kurve sagt mehr als der Wert einer einzelnen Woche.
  • Vor Überstunden: Bestand bereinigen, neu priorisieren und wiederkehrende Störungen angehen.

Jetzt berechnen. Rechnen Sie mit Ihren eigenen Zahlen in den kostenlosen Rechnern nach:

Backlog · Geplant × ungeplant

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